Gemeindebriefdruckerei

 

Gemeindebriefkritik: "Gut" für Gemeinde Wichern und Radeland

Gemeindebrief der Kirchengemeinde Wichern und Radeland in Berlin-Spandau

Titel

Harmonie pur und eine beruhigende Ausstrahlung besitzt die Titelseite des 36-seitigen Gemeindebriefs aus der Kirchengemeinde Wichern und Radeland im Berliner Bezirk Spandau. Das grüne Gemein­delogo im Titelkopf und das sanfte Frühlingsgrün einer Baumkrone signa­lisieren abgestimmten Gleichklang – ohne einförmig zu sein. Leben, Wachstum, Lebendigkeit strahlt diese Seite 1 aus. Klar, es muss sich um die Frühjahrsausgabe handeln, in deren Inhalt gezielt mit drei knappen Hinweisen eingeführt wird. Pfiffig die Gestaltung des Bildkreuzes: Über und unter den bei­den Strichzeichnungen der Gemeindezentren visualisieren stimmungsvolle Frühlingsfotos den Erscheinungszeitraum April/Mai. Eine an sich einfache Lösung mit großer Ausstrahlungskraft.

Layout

Lindgrün geht es auch im Innenteil weiter – wenn auch wesentlich dezenter: zweispaltiger Blocksatz mit angenehm großer Schrifttype, Rubrikentitel und Paginierung am Seitenende. Die Spandauer haben sich zur Auflockerung etwas Besonderes ausgedacht: Die Überschriften und die Seitenzahlen sind mit einem zartgrünen, leicht geschwungenen Pinselstrich unterlegt. Das verleiht den Seiten eine gewisse Leichtigkeit. Die Artikel beginnen grundsätzlich mit einem Initial als schmückenden Anfangsbuchstaben. Das sieht ganz nett aus – sollte aber nicht jeden Beitrag zieren und ausgewählten Texten vorbehalten bleiben: hier zum Beispiel der Andacht oder der Reportage über den Auslandseinsatz in Manila. „Normale“ Berichte dürfen gerne ein, zwei Sätze als sogenannten Vorspann zur Einleitung haben.

Bilder

Ja, es gibt viele gute Fotos – sogar alle vierfarbig. Nein, die Bilder sind nicht die Highlights dieses Gemeindebriefs. Das liegt schlichtweg an der zaghaften Präsentation: Einspaltig ist die Regel, zweispaltig die Ausnahme. Im Anschnitt ist keines der Motive, interessante Ausschnitte fehlen. Schade, die hervorragen­de Druckqualität und das luftige, nachah­menswerte Layout schreien förm­lich nach visuellen Reizen. Ein weiteres Manko: Bildunterschriften und Urhebernachweis fehlen.

Der Tipp

Auf der Titelseite bitte Seitenzahlen bei den kurzen Inhaltsangaben berücksichtigen. Das hilft der Leserschaft beim raschen Auffinden des Beitrags. Die Schriftgröße der Rubrikentitel könnte ein paar wenige Punkt größer ausfallen. Und wie im Abschnitt „Bilder“ erwähnt, sollte der tolle Fotofundus mit Muße und einem kräftigen Schuss Kreativität betrachtet werden: Welches Bild eignet sich als zentrales, seitentragendes Element, welches Foto ist weniger wichtig und wird lediglich kleinformatig präsentiert? Die Orientierung an diesen beiden Fragen wird den Gemeindebrief enorm aufwerten.

Stefan Lotz

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