"KIRCHENZEIT": Der (fast) perfekte Gemeindebrief

Sehr gut: Der Gemeindebrief Kirchenzeit

Er ist nahezu perfekt: Der Gemeindebrief "Kirchenzeit" überzeugt durch seine professionelle Aufmachung. Einen Tipp haben wir aber trotzdem noch.

Titel

Alles blau – und ein Akzent in Orange: Die Seite 1 kommt mit einem starken farblichen Gewicht daher. Für meinen Geschmack etwas zu schwer, denn so hat die in Negativ – und damit weiß – gehaltene Schrift kaum eine Chance, eine eigene Aussage zu treffen. Zudem ist das Ganze schwer lesbar. Mit dem Logo ist der Gestalter Helmut Ebersbach selbst nicht ganz zufrieden. Hier sieht er „Verbesserungspotenzial“ und hofft auf eine baldige Realisierung des Kirchenneubaus, der sich demnächst als grafisches Element auf der Titelseite wiederfinden wird. Dann könnte die Redaktion auch darüber nachdenken, ob man der Seite weiterhin drei unterschiedliche Schrifttypen zumuten möchte – oder an dieser Stelle etwas abspeckt.

 

Layout

Ein tolles Gesamtwerk, das vor allem von zwei Säulen getragen wird: Klarheit und Struktur. Helmut Ebersbach stellt sein Licht recht tief unter den Scheffel, wenn er von sicht behauptet, „vollständiger Laie“ zu sein. Der Layouter hat schlichtweg großes Talent, hat sich in etliche Literatur zum Thema vertieft und gestaltet aus dem Handgelenk DIN-A5-Seiten, die es in sich haben: aussagekräftige Rubrikentitel, die das Orange der Titelseite aufnehmen, luftiger Flattersatz, der auch langen Texten das Gefühl von Leichtigkeit verleiht, und ein mit viel Weißraum versehener Satzspiegel. Ein bis ins Detail stimmiges Konzept. Die Architektur ist wohldurchdacht. Der Trick: Der Grafiker bestimmt schon vor dem ersten Handgriff die Raumaufteilung und damit das Verhältnis von Text und Bild zueinander.

 

 

 

 

Bilder

Eine Klasse für sich ist die Auswahl, Präsentation und drucktechnische Wiedergabe der Fotos und Illustrationen. Jedes Bild ist individuell im Ausschnitt und in der Größe bearbeitet. Und der Clou: Auch hier bedient sich der Grafiker der eingangs erwähnten Farbe Orange und klinkt die kurzen, griffigen Bildlegenden am unteren Bildrand ein. Genial gelöst. Gut gemeint, aber beim flotten Durchblättern etwas nervend sind die Schattierungen der Bilder. Es muss nicht jedes Element mit einem Schlagschatten versehen sein. Zudem ist er zu stark und breit gewählt.

 

Der Tipp

Ratschläge für ein Produkt, das nahezu perfekt daherkommt? Das fällt aufgrund der vorbildlichen Struktur und grafischen Umsetzung schwer. In einem Punkt könnte der Grafiker doch noch experimentieren: Die Überschriften in kursiver Schreibschrift sind liebevoll gesetzt – aber für meine Begriffe nicht sonderlich gut zu entziffern. Einfach mal ein paar Seiten mit anderen Schriften ausdrucken und im Redaktionskreis als Leseprobe anbieten.

 

 

Stefan Lotz

Gemeindebriefdruckerei
Kooperation Gemeindebrief und ChurchDesk