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Fundraising: Spenden oder Sponsoring in Kirche und Diakonie

Sponsoren gesucht. Oder Spender? Die Begriffe haben eine unterschiedliche Bedeutung.
Sponsoren gesucht. Oder Spender? Die Begriffe haben eine unterschiedliche Bedeutung.

„Wir müssen jetzt unbedingt Sponsoring machen“, hört man oft in den Kirchengemeinden. Aber was ist damit tatsächlich gemeint? Sponsoring oder Spenden? Die beiden Begriffe werden häufig synonym verwendet. Dabei gibt es wichtige Unterscheide. Unser Ratgeber klärt auf.

Was genau unterscheidet Sponsoren und Spender? Die beiden Begriffe Spenden und Sponsoring werden häufig synonym verwendet. Aber es gibt gravierende Unterschiede. Sowohl bei der Kirchengemeinde, die solche Leistungen erhält, als auch bei Spendern oder Sponsoren. Und es gibt Besonderheiten im kirchlichen Sponsoring.

Damit Sie in Zukunft Spenden und Sponsoring klar unterscheiden können, hier eine Definition der beiden Begriffe:

  • Spenden sind freiwillige Leistungen, die ohne Gegenleistung erfolgen. Der Spender erhält für seine Spende an eine gemeinnützige Organisation eine Zuwendungsbestätigung und kann seine Spende steuerlich geltend machen. Die Einnahme von Spenden ist für die Kirchengemeinde steuerfrei.
     
  • Sponsoring ist eine Zuwendung von Geld-, Sach- oder Dienstleistungen von einem Unternehmen oder Personen zum Beispiel an eine Kirchengemeinde. Der Sponsor erhält dafür eine Gegenleistung. Sponsoring ist also ein „Geschäft“, das auf dem Prinzip Leistung und Gegenleistung beruht. Darum erhält der Sponsor keine Zuwendungsbestätigung.Die Sponsoringleistung kann für die Kirchengemeinde eine steuerpflichtige Einnahme sein. Für das Unternehmen ist die Sponsoringleistung als Betriebsausgabe in voller Höhe steuerlich absetzbar.

Spenden ist nicht gleich Sponsoring

Die Kirchengemeinde, die anlässlich der Kirchturmsanierung großflächige Werbeplakate am Baugerüst anbringen lässt, erhält damit Sponsoringleistungen. Ein dezent auf der Rückseite einer Veranstaltungseinladung abgedrucktes Logo dagegen wird vom Finanzamt in der Regel nicht als Sponsoring angesehen.

Für den Sponsor ist seine Leistung eine Betriebsausgabe, die im weitesten Sinne dem wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens dient. Das heißt, das Unternehmen hat großes Interesse an bestimmten Gegenleistungen. Es ist im Sinne aller Beteiligten, die zu erbringenden Leistungen schriftlich zu fixieren und für deren verbindliche und zuverlässige Erfüllung zu sorgen.

Sponsoren müssen zur Kirchengemeinde passen

Wie alle kirchliche Arbeit geschieht auch Fundraising nicht zum Selbstzweck, sondern leitet sich ab aus Auftrag und Vision der Kirche. Insofern ist kirchliches Sponsoring als Beitrag zur Erfüllung des kirchlichen Auftrages zu sehen, der ethisches Handeln verlangt. Bei der Sponsorensuche sollten Sie darauf achten, dass Branche und Unternehmensphilosophie zu den Werten und Zielen Ihrer Kirchengemeinde passen.

Ein Unternehmen kann Ihnen auch Spenden zukommen lassen. Um zu entscheiden, welches die bessere Lösung ist, müssen Sie die wichtigen Unterscheidungskriterien kennen. Bereits im Vorfeld sollten Sie für Ihre Gemeinde die Steuerfragen klären – am besten mit fachkundiger Unterstützung. Die Frage der Steuerpflicht hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Gemeinden sollten steuerliche Aspekte prüfen

Zum einen kommt es auf die buchhalterische Zuordnung der Einnahmen an. Wenn diese dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zugeordnet werden (zum Beispiel Werbeplakate am Baugerüst oder ein mit Werbung des Sponsors versehener Gemeindebus), besteht Steuerpflicht.

Ein weiteres Kriterium ist die Höhe der Einnahmen in diesem Bereich. Übersteigen diese den Betrag von 35 000 Euro pro Jahr (alle im Laufe eines Jahres erzielten Einnahmen im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb), sind sie körperschafts- und umsatzsteuerpflichtig. Ihr Kirchenkreisamt oder Landeskirchenamt kann Ihnen dazu nähere Auskünfte geben.

 

Weitere Informationen:

Ingrid Alken

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