Gemeindebriefdruckerei

Corporate Identity für die Kirchengemeinde

Mit einer Corporate Identity schärfen Kirchengemeinden ihr Profil.
Mit dem Entwickeln einer Corporate Identity können Gemeinden Kirchenferne besser erreichen.

Botschaft, internes Mitarbeiterverhalten und äußeres Erscheinungsbild müssen stimmig sein und aufeinander aufbauen: Das ist mit Corporate Identity (CI) gemeint. Wie entwickelt man ein CI für eine Kirchengemeinde? Heiko Flathmann, der sich in der Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde Schortens engagiert, berichtet aus der Praxis.

Was war der Anlass, über das Erscheinungsbild Ihrer Gemeinde nachzudenken? Wie sah es früher aus?

Heiko Flathmann: Wir sind eine Flächengemeinde mit rund 9.000 Gemeindegliedern, die aus vier Gemeindebezirken zusammengewachsen ist. Es gab früher drei Gemeindeblätter, jeder Bezirk stellte Drucksachen in eigener Regie her und die Schaukästen wurden nach eigenem Geschmack gestaltet. Der Gemeindekirchenrat hatte das Ziel, dass die Bezirke enger kooperieren und besser miteinander in Kontakt kommen. Wir mussten darüber nachdenken: Wer sind wir, was haben wir gemeinsam? Unter anderem wollten wir ein gemeinsames Logo und einen gemeinsamen Gemeindebrief entwickeln, um nach außen ein sichtbar einheitliches Erscheinungsbild abzugeben. Neben vielen anderen Aktivitäten in der Entwicklung unserer Gemeinde half das einheitliche Erscheinungsbild im Prozess des Zusammenwachsens.
 

Am Anfang stand das neue Logo: Was sagt es über die Gemeinde aus?

Flathmann: Der Namenszug in der klassischen Schriftart Garamond wird unterbrochen von einer Grafik, die sowohl an das Kreuz erinnert, zugleich aber auch an eine Person, die vorwärts schreitet. Bodenständigkeit und Tradition verbinden sich mit Bewegung und Aufbruch.
 

Der Prozess der Corporate-Design- Entwicklung hat sehr lange Zeit in Anspruch genommen. Woran lag es?

Flathmann: Als 2002 die ersten Ideen für das gemeinsame Logo entwickelt wurden, war noch nicht von einer Corporate Identity die Rede. Allerdings war hiermit ein Prozess angestoßen worden, der sich im Laufe der Zeit immer mehr verdichtete, so dass ab 2004 das Ziel war, alle Bereiche der Außendarstellung auf das gemeinsame Erscheinungsbild umzustellen. Der Prozess benötigte Zeit, da die finanziellen und personellen Ressourcen zur Umsetzung begrenzt waren und sind. In der Reihenfolge wurden zunächst der Gemeindebrief, später die Geschäftsdrucksachen, die Vordrucke für Handzettel und Plakate, unsere Homepage und zuletzt die Beschilderung umgesetzt. Unsere Schaukästen werden aus Kostengründen erst dann umgestaltet, wenn sie abgängig sind.
 

Gab es Widerstände?

Flathmann: Widerstand gegen den Einsatz der Gestaltungsvorgaben gab es im Prozess der Entwicklung nicht. Im Alltag kommt es hier und da aber vor, dass die Gestaltungsvorgaben nicht eingehalten werden, teils aus Unwissenheit, selten aus Interesselosigkeit. Dies hängt mit der Vielzahl der Mitarbeiter und Aktivitäten in unserer Gemeinde zusammen.
 

Wie viel Geld haben Sie für den Prozess investiert?

Flathmann: Der Etat für die Öffentlichkeitsarbeit betrug anfangs 10.000 D-Mark, später 5.000 Euro und aktuell 3.000 Euro. Durch die Einnahmen für Anzeigen im Gemeindebrief ist im Laufe der Zeit ein finanzielles Polster entstanden, so dass der Gemeindebrief sich selbst tragen kann. Im Prozess der Entwicklung gab es Phasen, in denen erhöhte Kosten auftraten, wie zum Beispiel für die Entwicklung des Logos und der Gestaltungsrichtlinien durch einen professionellen Grafiker. Sie summierten sich bei uns auf einen mittleren vierstelligen Eurobetrag. Die Finanzierung gelang nur, weil Überschüsse im Etat für Öffentlichkeitsarbeit in das Folgejahr übertragen werden konnten.
 

Und wie viel ehrenamtliche Arbeit steckt drin?

Flathmann: Die ehrenamtliche Arbeit in diesem Prozess ist bedeutend. Ein großer Vorteil ist, dass mein Vorgänger im Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit, Hans Packheuser, der selbst beruflich im Bereich der Printmedien tätig war, über fundiertes Wissen aus diesem Bereich verfügt und auch heute noch aktiv im Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit als beratendes Mitglied mitarbeitet. Darüber hinaus ist es von Vorteil, dass im Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit aus allen Gemeindebezirken Kirchenälteste vertreten sind, die nachhaltig auf die Einhaltung der Gestaltungsvorgaben achten und dies – wenn notwendig – sensibel ansprechen können.
 

Wer durfte bei den Gestaltungsfragen mitreden?

Flathmann: Die endgültige Entscheidung traf der Gemeindekirchenrat. In seinem Auftrag hatten die Mitglieder vom Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit in einem dialogischen Prozess mit dem Grafiker Andreas Reiberg aus Hooksiel Gestaltungsvorschläge erarbeitet und dem Gemeindekirchenrat zur Entscheidung vorgelegt. Neben den ehrenamtlich tätigen Kirchenältesten engagiert sich Pastor Axel Kullik im Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit sehr, so dass hierdurch auch die hauptamtlichen Mitarbeiter unserer Gemeinde mit einbezogen sind.
 

Welche positiven, welche negativen Stimmen aus der Gemeinde gibt es zum Erscheinungsbild?

Flathmann: Zum Logo und zu den Geschäftsdrucksachen hat es keine Reaktion gegeben. An der Gestaltung des Gemeindebriefs wurde anfangs die blaue Druckfarbe wegen der angeblich schlechten Qualität der Bilder kritisiert. Seitdem die Bilder digitalisiert sind, hat sich die Druckqualität verbessert, und es gibt jetzt keine negativen Rückmeldungen mehr. Positive Rückmeldungen erhalten wir meistens zur redaktionellen Arbeit, hin und wieder auch zur hochwertigen Qualität des Erscheinungsbildes.
 

Welche Reaktionen von außen haben Sie registriert?

Flathmann: In der Stadt Schortens ist unser Gemeindebrief gut etabliert. Einzelne Serien wie zum Beispiel „Heidmühle und Schortens in Bildern der Vergangenheit“, die in Kooperation mit dem Heimatverein herausgebracht wird, werden sogar gesammelt und finden eine hohe Resonanz. Der Gemeindebrief mit einer Auflage von 8.000 Exemplaren wird an alle Haushalte in Schortens verteilt und wird nach verschiedenen Rückmeldungen auch von vielen Nichtmitgliedern unserer Gemeinde positiv wahrgenommen. Ein Hinweis, dass der Gemeindebrief gut angenommen und gelesen wird, ist die ungebrochene Nachfrage von örtlichen Unternehmen, die Anzeigen in unserem Gemeindebrief schalten.
 

Hat die neue Corporate Identity die inhaltliche Arbeit der Gemeinde beeinflusst?

Flathmann: Dies ist schwer zu sagen und nur subjektiv zu beschreiben. Meiner Meinung nach transportieren das Logo, der Stil in den Gestaltungsrichtlinien und die einheitliche Struktur der Außendarstellung eine Seriosität und ein schwungvolles Bemühen, christlichen Glauben und Handeln in der heutigen Zeit lebendig werden zu lassen. Wenn man die Aktivitäten der zahlreichen Mitarbeiter – ehrenamtlicher und hauptamtlicher – in unserer Gemeinde betrachtet, spiegelt sich diese Seriosität, aber auch diese Lebendigkeit hierin durchaus wider. Viele von Ihnen sind stolz auf die Qualität der Öffentlichkeitsarbeit ihrer Kirchengemeinde.

 

Heiko Flathmann engagiert sich ehrenamtlich in der Öffentlichkeitsarbeit der Kirchengemeinde Schortens

Heiko Flathmann engagiert sich ehrenamtlich in der Öffentlichkeitsarbeit der Kirchengemeinde Schortens

 

gemeindebrief.de

Erstellt am: 06.09.2010

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