Gemeindebriefdruckerei

Der Klassiker: Schaukasten im Webzeitalter

Ein Schaukasten ist für Kirchengemeinden unverzichtbar
Ein Schaukasten ist für Kirchengemeinden nach wie vor unverzichtbar.

Der Klassiker der kirchlichen Öffentlichkeitsarbeit ist in die Jahre gekommen – und bleibt doch unverzichtbar. Der Schaukasten gehört zur Grundausstattung jeder Kirchengemeinde. Dieser Evergreen der Öffentlichkeitsarbeit ist noch lange kein Relikt - das hat mehrere Gründe. 

Nein, da ist kein Touchscreen dran, noch nicht mal Tasten zum Drücken oder eine Maus zum Klicken. Man steht schlicht vor der Scheibe und schaut hinein. Interaktiv, crossmedial, online vernetzt? Fehlanzeige. Im Schaukasten hängt bedrucktes Papier, wenn’s hoch kommt angereichert durch dreidimensionale Styropor-Objekte oder andere Bastelarbeiten. Das muss reichen als kommunikative Herausforderung. Der Schaukasten vor der Kirche wirkt nicht gerade wie die letzte Errungenschaft des Webzeitalters.

Ist er auch nicht. Der PR-Oldie stammt aus einer anderen Zeit. Im öffentlichen Raum werden Schaukästen seit Menschengedenken zum Aushängen von Bekanntmachungen, Fahrplänen und Veranstaltungshinweisen benutzt – als Nachfolger des im späten Mittelalter erfundenen Schwarzen Bretts (das es heute freilich in digitaler Form auch wieder im Internet gibt). Der Schaukasten – jeder hat ihn, noch immer gehört er zur Grundausstattung von kirchlichen Gebäuden. Das Design hat sich in Jahrzehnten nicht wesentlich geändert: Die Holzvitrine von früher ist heute in der Regel einer Alu-Ausführung gewichen, kostet einen halben Tausender, verfügt über Innenbeleuchtung und hat in der aufpreispflichtigen Luxusausstattung Gasdruckfedern zum Hochklappen der Scheibe. Er hängt an der Wand oder steht frei auf Ständern und wird von Beton gehalten. So viel zur Hardware.

Fünf Euro für die Gestaltung

Im Stadtbild konkurriert der Schaukasten mit Werbebannern, Großflächenplakaten, Leuchdisplays und Neonwerbung. Kann er da mithalten? „Was ihn noch immer für Gemeinden attraktiv macht, ist, dass sie mit dem Schaukasten aktuell und ohne große Kosten öffentlich präsent sein können“, sagt Kerstin Loos vom Medienverband der Evangelischen Kirche im Rheinland. Sie ist Mitautorin des Buchs „Visitenkarten hinter Glas“ (s. Buchtipp), das für die praktischen Einsatzmöglichkeiten des Klassikers wirbt. In der Tat sind diese auch im Computerzeitalter nicht von der Hand zu weisen: Innerhalb von ein bis zwei Stunden gestaltet ein routiniertes Schaukastenteam ein neues Innenleben. Je nach Materialeinsatz reichen weniger als fünf Euro für eine Gestaltung. Die Werbefläche kostet keine Miete. Mit einem gut platzierten Kasten erreicht man viele Menschen. Das scheint unschlagbar, wenn man die Kosten-/Nutzenrelation betrachtet.

Austausch im Gemeindeforum

Lohnende Blickfänge werden mit dem Schaukasten aber nur erreicht, wenn er optisch überzeugt. Schaukästen mit veralteten Ankündigungen und vergilbten Farben vermitteln kein gutes Image der Kirche. Es hängt also an den zuständigen Menschen, meist sind es Ehrenamtliche. Sind sie willens und in der Lage, attraktive Schaukästen für ihre Gemeinden zu gestalten? „Im Team macht die Arbeit mehr Spaß“, ist die Erfahrung von Kerstin Loos. In der Praxis haben sich Schaukastenteams von drei bis fünf Personen bewährt. Sie treffen sich regelmäßig, planen die Gestaltungen im (Kirchen-) Jahresverlauf und setzen die Ideen gemeinsam mit Airbrush, Collagen, Wellpappe oder Naturmaterialien um. Manchmal brauchen Sie sogar den Computer dazu: Mit geeigneten Programmen kann man Layouts scribbeln, typografische Arbeiten erledigen, und im Internet lassen sich jede Menge Bilder, Ideen und Gleichgesinnte finden, mit denen man sich etwa in der Online-Community des Gemeindeforum auf www.evangelisch.de austauschen kann. So profitiert der gute alte Schaukasten auch vom Webzeitalter.

Lothar Simmank

Erstellt am: 13.12.2010

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