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Profitrick: Recht am eigenen Bild

Vorsicht beim Verwenden von Fotos mit Personen
Ist das Foto der Seniorin in der Fußgängerzone ein Porträt oder Beiwerk? Die Grenzen zwischen einem recht- und unrechtmäßigen Verwenden von Fotos sind nicht immer eindeutig.

Erlaubt ist Gemeindebrief-Redakteuren fast alles. Aber eben nur fast. Ein paar Gesetze schränken die Freiheit ein. Diese zu kennen, schadet gar nicht. Wie Sie Ihren Gemeindebrief nach Recht und Gesetz richtig machen, zeigen die nächsten Folgen. Unser Profi-Trick heute: Das Recht am eigenen Bild.

Mein Bild gehört mir

Jeder hat grundsätzlich das Recht an der eigenen Abbildung. Kein Foto einer Person ohne seine Zustimmung! Schade für die Fotografen, Künstler, Zeitungs- und Gemeindebriefmacher. Bilder von Menschen sind schön, informativ und spannend. Ohne human touch geht es eigentlich gar nicht. Doch das Recht ist eindeutig: Vor der Veröffentlichung muss der Abgebildete seine Einwilligung geben. Dieses Recht am eigenen Bild gilt auch noch nach dem Tod, noch zehn Jahre lang. Die Einwilligung muss dann von den Angehörigen eingeholt werden.

Personen der Zeitgeschichte

Prominent zu sein, hat seine Vorzüge. Doch auch Nachteile. So genannte Personen der Zeitgeschichte haben nur eingeschränkt Recht am eigenen Bild. Die Bundeskanzlerin, der Bundespräsident und die englische Königin dürfen ungefragt abgebildet werden – von despektierlichen, ehrverletzenden und intimen Aufnahmen abgesehen. Auch der Pfarrer, die Bürgermeisterin, der Bischofskandidat, der Kirchenvorstand oder Mitglieder der Synode sind Personen der Zeitgeschichte. Ihr Bild kann ungefragt veröffentlicht werden – zumindest in der Zeit, in der sie im Blick der Öffentlichkeit stehen und ein öffentliches Amt bekleiden. Sie sind in ihrer Funktion zeitgeschichtlich relevant, aber nur in dieser Funktion und nicht darüber hinaus. Der Pastor in Kiel ist in Lindau Privatperson. Und der gescheiterte Synodalkandidat nach der Wahl keine Person der Zeitgeschichte mehr.

Beiwerk oder Porträt

Wer nur „Beiwerk“ eines anderen Motivs ist, muss nicht um Erlaubnis gebeten werden. Der Fotograf in der Fußgängerzone kann nicht alle Passanten befragen. Der romantische Sonnenuntergang mit Angler verletzt kein Persönlichkeitsrecht, wenn dem Petrijünger im Gegenlicht die Konturen verfließen. Auch die Teilnehmer einer öffentlichen Veranstaltung dürfen ohne Genehmigung im Bild gezeigt werden. Fotos vom Gemeindeausflug sind kein Problem, wenn die Abgebildeten in keiner ehrenrührigen oder peinlichen Situation fotografiert wurden. Wer aber mit dem Teleobjektiv in die Menschenmasse hineinhält oder ein Bild so zuschneidet, dass ein Porträtfoto einer Person daraus wird, sollte vorsichtig sein.

Dietmar Hauber

Erstellt am: 19.11.2010

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