Gemeindebriefdruckerei

Anzeigen im Gemeindebrief, wenn ja, dann richtig!

Werbung im Gemeindebrief sieht nicht immer schön aus
Werbung im Gemeindebrief sieht nicht immer schön aus

Wenn es eng wird in der Gemeindekasse, sollte der Gemeindebrief nicht auf die Einsparliste wandern. Anzeigen im Blatt können aus der Klemme helfen. Ob Werbung eine Chance ist, muss jede Kirchengemeinde für sich selbst entscheiden. Unser Profitrick heute: Anzeigen im Gemeindebrief, wenn ja, dann richtig!

Ist Anzeigenwerbung legitim?

Bevor der Gemeindebrief auf die Einsparliste einer finanziell klammen Kirchengemeinde wandert, sollten alternative Finanzierungskonzepte gefunden werden. Ob dabei Anzeigen eine legitime Möglichkeit sind, muss jede Gemeinde für sich selbst entscheiden. Die Leser stören sich an Werbung in einer Zeitung oder in einem Mitteilungsheft heute kaum mehr. Andererseits ist der Gemeindebrief das wichtigste Medium gemeindlicher Öffentlichkeitsarbeit. Und dies sollte der Gemeinde auch etwas wert sein.
 

Anzeigen brauchen Regeln

Wer Werbung in den Gemeindebrief nimmt, muss Kriterien definieren. Wer darf werben? Was darf beworben werden? "Schau’n wir mal" ist das falsche Prinzip beim Verkauf von Anzeigenplätzen. Wenn der Metzger mit dem Verdacht auf Sektenhintergrund mit seiner Anzeige vor der Tür steht, brauchen Sie eine Antwort. Sie müssen diese Anzeige nicht drucken. Es ist aber ein Gebot der Fairness, klare Kriterien zu haben. Und diese Kriterien sollte die Gemeinde von vornherein klar festlegen.

Werbung und Information trennen

Die Fairness gegenüber den Leserinnen und Lesern verlangt es, dass Werbung immer deutlich vom redaktionellen Teil unterscheidbar sein muss. Kompromisse sind an dieser Stelle nicht legitim. Es geht um die Glaubwürdigkeit Ihres Gemeindebriefs!
 

Werbung muss sich lohnen

Ein Geschäft ist dann ein gutes Geschäft, wenn es sich für beide Seiten lohnt. Werbungstreibende finden in Ihrem Gemeindebrief ein interessantes Medium. Er erreicht kontinuierlich eine fest definierte Zielgruppe und wird intensiv gelesen.
Auch wenn sich eine Anzeige für einen örtlichen Geschäftsmann vielleicht nicht rechnet, ist es häufig „Ehrensache“, den Gemeindebrief zu unterstützen. Falsche Bescheidenheit ist bei den Preisen also fehl am Platz. Grob geschätzt sollte eine Anzeigenseite drei redaktionelle Seiten mitfinanzieren. Je nach Auflage und Verbreitung des Gemeindebriefs können also gut zwischen 60 und 250 Euro für die DIN-A5-Seite verlangt werden. Die Umschlagseiten sind grundsätzlich teurer für den Kunden als Innenseiten. Und weil die rechten Seiten besser beachtet werden als linke Seiten, kosten Anzeigen dort normalerweise auch mehr. Machen Sie Ihre Preisliste aber nicht zu kompliziert. Je mehr Optionen Sie anbieten, desto weniger Spielraum bei der Gestaltung lassen Sie sich. Praktikabel sind zwei Kategorien: Rückseite und Innenseiten.
 

Kassiert das Finanzamt?

Anzeigen können die Kasse für die Gemeindebriefproduktion entlasten, wenn das Finanzamt nicht zugreift. Die Einnahmen aus dem Anzeigengeschäft sind nämlich reguläre Einkünfte der Kirchengemeinde. Und aus der Summe der Einkünfte errechnet sich die Steuerpflicht. Der Kontakt mit dem Kirchenpfleger sollte daher vor der Anzeigenakquise kommen. Bei der Mehrwertsteuer bleibt es beim ermäßigten Satz von sieben Prozent, der für den Druck des Gemeindebriefs zu bezahlen ist, wenn nicht zu viel Werbung im Blatt ist. Übersteigt der Anzeigenteil jedoch den redaktionellen Teil, dann muss Ihnen die Druckerei 19 Prozent Mehrwertsteuer berechnen.
 

Anzeigen machen Arbeit

Anzeigenkunden zu werben, kann eine zeitaufwendige Aufgabe sein. Wenn Sie in der Gemeinde niemanden haben, der sich um die Akquise kümmert, kann dies möglicherweise Ihre Druckerei oder Ihr Grafiker übernehmen. Auf alle Fälle muss im Impressum ein Verantwortlicher für die Anzeigen stehen. Und der sollte eine Preisliste für die Anzeigenformate haben. Rabatte für Mehrfachkunden sind üblich, Sondertarife für besonders nette Kunden sind unfair.
 

Werbung muss nicht stören

Machtlos ist die Redaktion bei der Gestaltung der Anzeigen. Dies ist Sache des Kunden. Die Redaktion kann nur für Ordnung im Heft sorgen. Definieren Sie für Ihr Blatt feste Anzeigengrößen (ganze Seite, halbe Seite, viertel Seite). Lassen Sie dabei keine Kompromisse zu. Denn nur was in den Satzspiegel passt, lässt Ihre Seiten optisch stimmig wirken. So kann Werbung durchaus auch zur Ästhetik des Gemeindebriefs beitragen. Achten sollte der Anzeigenwerber aber auf eine ordentliche Vorlage der Anzeige. Die Umsetzung der Ideen gehört nirgendwo zum Anzeigenpreis.
 

Dietmar Hauber

Erschienen in: Gemeindebrief 02/2012

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