Gemeindebriefdruckerei

Welche Druckerei ist die Richtige?

In der Druckerei werden Details zum Gemeindebrief besprochen
Direkter Kontakt: In der Druckerei vor Ort werden Details zum Gemeindebrief geklärt.

Was ist besser? Den Gemeindebrief in einer Druckerei vor Ort produzieren lassen? Oder bei einem bundesweiten Anbieter? Oder eine Internet-Druckerei beauftragen? Alles hat seine Vor- und Nachteile. Welche Lösung ist für Ihre Gemeinde am besten? Unsere Experten-Tipps helfen bei der Entscheidung.

Es ist immer ein großer Moment, wenn der fertige Gemeindebrief ausgeliefert wird: Gut fühlt es sich an, wenn man das frisch gedruckte Exemplar in die Hand nimmt und durchblättert. Die Stunde der Wahrheit belohnt für Tage und Wochen redaktioneller und gestalterischer Arbeit. Wie ein Handwerker auf sein Werkstück blicken Redakteur und Layouter nicht ohne Stolz auf die selbst produzierten Seiten, die nun in hundert- oder tausendfacher Auflage gebunden daliegen.

Freilich ist es ein kritischer Blick: Wirkt das Titelbild so plastisch wie auf dem Computerbildschirm? Besitzen die Druckfarben Strahlkraft? Ist das Schwarz der Buchstaben so kontraststark, dass die Leser keine Mühe damit haben? Oder entdeckt man gleich die kleinen und großen Fehler – die falsche Bildunterschrift, die verpixelte Grafik, die verschobenen Spalten, die verrutschte Klammerbindung?

Die Druckvorlage muss stimmen

Das Ergebnis zählt: Und verantwortlich für ein gelungenes oder missratenes Endprodukt ist in gleicher Weise sowohl die Druckvorstufe als auch die Druckerei selbst. Will sagen: Aus einer fehlerhaften Druckvorlage kann der beste Drucker keinen ansehnlichen Gemeindebrief zaubern, aber auch die ambitionierteste Redaktion und Grafik kann durch einen verpfuschten Druck (etwa am Kopierer) am Ende nicht glänzen. Und anders als bei Onlineprodukten ist das gedruckte Ergebnis endgültig: Während Fehler auf der Homepage von jetzt auf gleich korrigiert werden können, muss das Printprodukt so verteilt werden, wie es ist, will man nicht die kostspielige Auflage in die Tonne schmeißen und neu drucken.

Um teure Fehler von vornherein zu vermeiden, kommt es also darauf an, in der Druckvorstufe sehr sorgfältig zu arbeiten und eine Druckerei zu finden, die qualitätvoll druckt und buchbinderisch exakt arbeitet – und das alles termingerecht und zu einem guten Preis. Im Idealfall klappt es auch noch mit der Kommunikation zwischen Vorstufe und Druck, so dass man über Probleme im Vorfeld offen reden kann, ohne nachträglich Schuldzuweisungen zu verteilen. Dazu ist es wichtig, dass man sich versteht und eine gemeinsame Sprache spricht. Und die Rollen sollten klar verteilt sein: Natürlich ist die Druckerei nicht fürs Korrekturlesen zuständig, aber andererseits kann man erwarten, dass sie nicht unbesehen jeden groben Layout-Schnitzer druckt.

Gang zum Druckprofi ist kein Luxus

Welche Druckerei ist die richtige? Aufsichtsvorlagen auf den Kopierer legen und den fertigen Gemeindebrief am Ausgabefach in Empfang nehmen? Lieber nicht! Erstens ist der Arbeitsaufwand für das Falzen und Heften sehr hoch. Und zweitens kommt der Bürokopierer als Produktionsmaschine generell nicht in Betracht, weil seine Qualität nicht genügt – Schriften und Bilder bleiben unscharf, Grauflächen versumpfen. Nur Digital- oder Offsetdrucke, die aus druckfähigen PDF-Dateien erzeugt werden, garantieren ein gutes Druckbild. Der Gang zum Druckprofi ist also kein Luxus, sondern Standard.

Dienstleister kann ein Betrieb um die Ecke sein, ein deutschlandweit arbeitender Spezialist oder aber eine reine Internetdruckerei. Wer kurze Wege und die direkte Ansprache schätzt, wird meist vor Ort fündig. Eine Druckerei, die auf persönliche Kundenbeziehungen Wert legt, ist nicht die schlechteste Wahl. Viele Dinge, von der Beilage bis hin zur Anlieferung, lassen sich individuell regeln. Auch Fragen – etwa zur grafischen Bearbeitung des Logos – können im Bedarfsfall mit Fachleuten vor Ort geklärt werden. Und wenn etwas schiefläuft, ist manches auf Kulanz möglich.

Trend zum vierfarbigen Gemeindebrief

Wer absolut fehlerlose PDF-Vorlagen herstellt, keine individuellen Auflagenzahlen benötigt und vorab zahlt, muss den Internetdrucker nicht scheuen. Meist ist konkurrenzlos billig, was online bestellt und wenige Tage später vom Paketdienst ausgeliefert wird. Auch die Qualität der großen Internetdruckereien ist in der Regel einwandfrei, normierte Produktionsabläufe sorgen für pannenfreie Ergebnisse. Immer vorausgesetzt, die angelieferte Druckvorlage stimmt, nichts wurde vergessen, und keine Sonderwünsche stören den Workflow. Europas Branchenführer flyeralarm.de bearbeitet so täglich rund 10.000 Druckaufträge, 15.000 Pakete verlassen pro Tag die Würzburger Firma. Individuelle telefonische Beratung ist eher nicht vorgesehen.

Michael Reintjes druckt in Kleve in seinem mittelständischen Betrieb kirchendruckerei.de eine Gesamtauflage von jährlich zwei Millionen Gemeindebriefen für 150 Kirchengemeinden, bei einer durchschnittlichen Auflage von 3.000 Stück. 60 Prozent der Gemeindebriefe werden einfarbig gedruckt, so Reintjes: „Der Trend geht allerdings zum vierfarbigen Druck.“

Wie reagiert die Druckerei bei Problemen?

Er weiß, was für Gemeinden wichtig ist: „Qualität, Liefertermin und Preis. Meist in dieser Reihenfolge, allerdings nicht bei einer Erstanfrage, dann ist es genau andersherum.“ Die „Kirchendruckerei“ garantiert die Lieferung zum Festpreis innerhalb von acht Arbeitstagen. Zwar ist bei Reintjes der Preis auch online abzufragen, aber viele Kirchenkunden suchen doch den persönlichen Kontakt am Telefon.

Auch bei Problemen, denn beim Datencheck fallen die häufigsten Fehler auf: „Bilddaten in zu niedriger Auflösung und fehlende Schriften.“ Wenn möglich, löst die Klever Druckerei Probleme selbst, sonst bietet Reintjes nach eigener Aussage telefonische Hilfestellung bei der Fehlerbehebung in der Originaldatei an. Eva Kraus von der Stockacher Firma Leo Druck GmbH reagiert ähnlich: „Lösungen finden wir meist mit dem Kunden persönlich“, so die Geschäftsführerin.

Experten-Tipp: Jährlich Preise vergleichen

Ihre Fehleranalyse bei eingesandten Druckunterlagen von Gemeindebriefen: „Farben im RGB-Farbmodus, kein Beschnitt, Schriften nicht eingebettet, keine Seitenzahlen enthalten, falsche Formate, oft schlechte Bildauflösung.“ Ist der Preis immer der entscheidende Faktor für einen Druckauftrag? „Meistens“, so ihre Erfahrung, „aber Zeit ist auch ein wichtiger Faktor, genauso die Qualität.“ Erfahrungen mit Druckereien muss jede Gemeinde selbst machen. Wichtig zu wissen: Die Preisunterschiede für Ihren speziellen Gemeindebrief sind von Druckerei zu Druckerei nicht selten beträchtlich.

Denn je nach vorhandenem Maschinenpark lassen sich bestimmte Formate, Auflagen und Farben für den einen billig und für den anderen nur teuer herstellen. Auch was die Papierqualitäten angeht, ergeben sich Preisdifferenzen, je nachdem, was am Lager ist oder in welchen Mengen zugekauft werden muss. Deshalb der dringende Tipp: Vergleichen Sie einmal im Jahr die Preise für Ihren Gemeindebrief, denn der Markt ist in Bewegung. Keine Druckerei wird Ihnen böse sein, wenn Sie regelmäßig eine professionelle Ausschreibung unter konkurrierenden Betrieben durchführen.
 

Lothar Simmank

Erschienen in: Gemeindebrief 03/2012

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